Donnerstag, 4. April 2013

Catchup. Und Musikgedanken.



Es ist ja Ewigkeiten her, dass ich zuletzt hier was gepostet habe. Das ist aber nicht nur meine Schuld, denn schon vor ca. drei Wochen hatte ich einen recht langen Text geschrieben, den das Programm dann gegessen hat. Und weg war er. Und mit ihm meine Motivation.
Aber es ist mal wieder dringend nötig. Also: Ein kurzes Abwickeln der im letzten Post angekündigten Ereignisse.
Das Seminar war erstaunlich gut, soll heißen: Nicht sinnlos. Ich glaub, ich habe dieses Mal sogar etwas mit genommen. Es ging um Persönlichkeitsstrukturen und wir haben gelernt, Leute professionell in Schubladen einzusortieren, uns selbst eingeschlossen. Ich bin demnach schizoid-zwanghaft, was schlimmer klingt, als es ist. Alternativen wären depressiv oder hysterisch gewesen. Warum man zur Beschreibung von Persönlichkeit Fachworte nehmen musste, die im normalen Sprachgebrauch mit einem völlig anderen Verhalten negativ besetzt sind, kann wohl keiner zu meiner Zufriedenheit beantworten.
Schizoid bedeutet, dass ich gut alleine klar komme und nicht unbedingt immer unter Leuten sein muss und will. Zwanghaft heißt ordentlich. Bei mir scheinbar nicht im Sinne von aufgeräumtem Zimmer oder sauberer Küche (beides leider nein, leider gar nicht), sondern im Sinne von organisiert, gewissenhaft und genervt, wenn andere nicht pünktlich sind oder nicht das tun, was abgesprochen war.
Das Schöne an  diesem Schubladendenken ist, dass man das Verhalten von anderen besser einschätzen kann: Der macht das nicht, um mich zu ärgern, sondern weil er nicht anders kann.
Nächstes Thema: Pro Christ. Es war super, dass mal erlebt zu haben. ProChrist ist eine Evangelisationsveranstaltung, die eine Woche lang aus einer abendlichen Übertragung, dieses Mal aus Stuttgart, im lokalen Rahmenprogramm besteht. Zu dem Zweck hat der Trägerkreis, der aus mehr oder weniger allen Gemeinden hier in Markneukirchen und Umgebung besteht, die Musikhalle angemietet. Die bietet vollbestuhlt ca. 800 Leuten Platz, mit unserer Bestuhlung ca. 300 Leuten. Nagelt mich bitte nicht auf die Zahlen fest, dafür ist’s zu lange her. Am ersten Abend war das Ganze noch eher dünn besetzt, aber die ganze Woche über mit steigender Tendenz. Der Abschlussabend wurde in der Kirche übertragen. Dafür hatte ich mit anderen ein Baugerüst im Altarraum aufgebaut, an das eine in stundenlanger Arbeit selbstgebaute Leinwand gehängt wurde.
Während der Woche war ich Teil des Seelsorgeteams. Hauptaufgabe war das Angebot von Gesprächen nach der Übertragung, die stets in einem Aufruf endete, zum „Treffpunkt Kreuz“ zu kommen und sein Leben an Gott zu hängen. Das war eine interessante Erfahrung. Ich würde die ganze Veranstaltung auch als Erfolg bezeichnen, wenn auch vielleicht nicht auf die Art und Weise, die ich erwartet hatte. Wir hatten als Seelsorger mit deutlich mehr Leuten gerechnet, die nach vorne gehen würden. Aber die Gespräche innerhalb der Stuhlreihen waren so zahlreich und intensiv, dass ich denke, dass es dadurch aufgewogen wurde.
Der angekündigte Versuch nach Hause zu kommen ist bereits wieder Geschichte, doch es stehen jetzt in kurzer Folge weitere an, von den Terminen her diktiert von den Vorbereitungstreffen der Kelzenberger Sommerfreizeit. Vielleicht ergibt sich da die Möglichkeit eines Treffens.
Im Augenblick ist KiBiWo, die Kinderbibelwoche. Ein einerseits ziemlich lustiger, andererseits auch teilweise ziemlich nerviger Haufen Kinder trifft sich im Adorfer Schützenhaus zu Programm und Spielen. Das ganze schlaucht mich ziemlich, muss ich sagen, obwohl erst der zweite Tag jetzt war. Es geht noch bis Sonntag.
Was mich sonst noch beschäftigt ist zum ersten noch immer die Studiumswahl. Auch, wenn das ganze jetzt doch sehr zum klassischen Theologiestudium in Greifswald tendiert, entschieden ist noch nichts, weil ich mich noch nicht zur Initiative einer Bewerbung durchringen konnte. Ein Grund für das FSJ war ja, Zeit für diese Entscheidung zu gewinnen, hauptsächlich um auf eine Ansage von Gott zu warten, wo er mich denn haben will. Und wie schon bei der Entscheidung für die FSJ-Stelle bin ich einigermaßen enttäuscht über den Mangel an Deutlichkeit dieser Ansage. Letztendlich war die Entscheidung einfach, wie es auch die für die FSJ-Stelle gewesen ist, aber ob es jetzt wirklich Gottes Wille war, dass ich mich so entscheide und er deswegen alle Gespräche und Gedanken und Internetauftritte so gefügt hat, oder ob es nicht doch eine von meinen Emotionen und rationalen Überlegungen gelenkte eigene Entscheidung war, kann ich nicht genau sagen. Es wird sich zeigen, wie es wird.
Zwei weitere Punkte beschäftigen mich und sie haben beide mit Musik zu tun. Beim ersten handelt es sich um die bedeutenden Schritte, die ich in Richtung der Möglichkeit einer kompletten Schlagzeugaufnahme gehe. Dabei geht es hauptsächlich um technische Fragen und einen für mich nicht unbedeutenden Kapitaleinsatz. Ich hoffe, dass ganze ist die Mühe wert.
Der zweite Punkt betrifft die E-Gitarre und meine entsprechende Technik. Weil ich die musikalische Bandbreite, die ich auf der Gitarre spiele, deutlich erweitert habe, mussten neue Soundmöglichkeiten geschaffen werden. Ich hab vermutlich letztendlich doch eingesehen, dass ich mit meinem Arbeitseinsatz für dieses eine Instrument nie gut genug sein werde, um Metal auf Bandniveau zu spielen. Also hab ich mein Spiel auf die harmloseren und spieltechnisch meist einfacheren Genres erweitert. Bisher geht’s Richtung Muse und Red Hot Chili Peppers.
Für diese effektlastige Art Gitarre zu spielen musste eine Lösung gefunden werden. Ich hab mich für ein digitales Multieffektgerät entschieden, dass ich in Kombination mit einigen Analogen Effekten und bedient von einem Midicontroller in einer recht komplexen Schaltung nutzen werde.
In diese Schaltung ist viel Gehirnschmalz geflossen und wird auch weiterhin viel Gehirnschmalz fließen, denn es gibt an einigen Ecken Probleme. Der Midicontroller funktioniert nur teilweise mit dem Gerät zusammen, die Effekte müssen programmiert werden und der Bau des Switches, mit dem zwischen den verschiedenen Vorstufen umgeschaltet werden soll, gestaltet sich mechanisch schwieriger als gedacht. Aber das Soundpotential ist gewaltig. Nur das Zähmen verlangt noch Zeit und Arbeit.
Ich hoffe, ihr lest noch und ich hab euch nicht totgequatscht. Wer mehr wissen will, sagt bescheid. Ich hoffe, es dauert nicht wieder so lang bis zum nächsten Post. Denn dieser hier scheint ja deswegen mal wieder recht lang geworden zu sein.
Bis dann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen