Es ist ja Ewigkeiten her, dass ich zuletzt hier was gepostet
habe. Das ist aber nicht nur meine Schuld, denn schon vor ca. drei Wochen hatte
ich einen recht langen Text geschrieben, den das Programm dann gegessen hat.
Und weg war er. Und mit ihm meine Motivation.
Aber es ist mal wieder dringend nötig. Also: Ein kurzes
Abwickeln der im letzten Post angekündigten Ereignisse.
Das Seminar war erstaunlich gut, soll heißen: Nicht sinnlos.
Ich glaub, ich habe dieses Mal sogar etwas mit genommen. Es ging um
Persönlichkeitsstrukturen und wir haben gelernt, Leute professionell in
Schubladen einzusortieren, uns selbst eingeschlossen. Ich bin demnach
schizoid-zwanghaft, was schlimmer klingt, als es ist. Alternativen wären
depressiv oder hysterisch gewesen. Warum man zur Beschreibung von Persönlichkeit
Fachworte nehmen musste, die im normalen Sprachgebrauch mit einem völlig
anderen Verhalten negativ besetzt sind, kann wohl keiner zu meiner
Zufriedenheit beantworten.
Schizoid bedeutet, dass ich gut alleine klar komme und nicht
unbedingt immer unter Leuten sein muss und will. Zwanghaft heißt ordentlich.
Bei mir scheinbar nicht im Sinne von aufgeräumtem Zimmer oder sauberer Küche
(beides leider nein, leider gar nicht), sondern im Sinne von organisiert, gewissenhaft
und genervt, wenn andere nicht pünktlich sind oder nicht das tun, was
abgesprochen war.
Das Schöne an diesem
Schubladendenken ist, dass man das Verhalten von anderen besser einschätzen
kann: Der macht das nicht, um mich zu ärgern, sondern weil er nicht anders
kann.
Nächstes Thema: Pro Christ. Es war super, dass mal erlebt zu
haben. ProChrist ist eine Evangelisationsveranstaltung, die eine Woche lang aus
einer abendlichen Übertragung, dieses Mal aus Stuttgart, im lokalen
Rahmenprogramm besteht. Zu dem Zweck hat der Trägerkreis, der aus mehr oder weniger
allen Gemeinden hier in Markneukirchen und Umgebung besteht, die Musikhalle angemietet.
Die bietet vollbestuhlt ca. 800 Leuten Platz, mit unserer Bestuhlung ca. 300
Leuten. Nagelt mich bitte nicht auf die Zahlen fest, dafür ist’s zu lange her.
Am ersten Abend war das Ganze noch eher dünn besetzt, aber die ganze Woche über
mit steigender Tendenz. Der Abschlussabend wurde in der Kirche übertragen.
Dafür hatte ich mit anderen ein Baugerüst im Altarraum aufgebaut, an das eine
in stundenlanger Arbeit selbstgebaute Leinwand gehängt wurde.
Während der Woche war ich Teil des Seelsorgeteams.
Hauptaufgabe war das Angebot von Gesprächen nach der Übertragung, die stets in
einem Aufruf endete, zum „Treffpunkt Kreuz“ zu kommen und sein Leben an Gott zu
hängen. Das war eine interessante Erfahrung. Ich würde die ganze Veranstaltung
auch als Erfolg bezeichnen, wenn auch vielleicht nicht auf die Art und Weise,
die ich erwartet hatte. Wir hatten als Seelsorger mit deutlich mehr Leuten
gerechnet, die nach vorne gehen würden. Aber die Gespräche innerhalb der
Stuhlreihen waren so zahlreich und intensiv, dass ich denke, dass es dadurch
aufgewogen wurde.
Der angekündigte Versuch nach Hause zu kommen ist bereits
wieder Geschichte, doch es stehen jetzt in kurzer Folge weitere an, von den
Terminen her diktiert von den Vorbereitungstreffen der Kelzenberger
Sommerfreizeit. Vielleicht ergibt sich da die Möglichkeit eines Treffens.
Im Augenblick ist KiBiWo, die Kinderbibelwoche. Ein
einerseits ziemlich lustiger, andererseits auch teilweise ziemlich nerviger
Haufen Kinder trifft sich im Adorfer Schützenhaus zu Programm und Spielen. Das
ganze schlaucht mich ziemlich, muss ich sagen, obwohl erst der zweite Tag jetzt
war. Es geht noch bis Sonntag.
Was mich sonst noch beschäftigt ist zum ersten noch immer
die Studiumswahl. Auch, wenn das ganze jetzt doch sehr zum klassischen
Theologiestudium in Greifswald tendiert, entschieden ist noch nichts, weil ich
mich noch nicht zur Initiative einer Bewerbung durchringen konnte. Ein Grund
für das FSJ war ja, Zeit für diese Entscheidung zu gewinnen, hauptsächlich um
auf eine Ansage von Gott zu warten, wo er mich denn haben will. Und wie schon
bei der Entscheidung für die FSJ-Stelle bin ich einigermaßen enttäuscht über
den Mangel an Deutlichkeit dieser Ansage. Letztendlich war die Entscheidung
einfach, wie es auch die für die FSJ-Stelle gewesen ist, aber ob es jetzt
wirklich Gottes Wille war, dass ich mich so entscheide und er deswegen alle
Gespräche und Gedanken und Internetauftritte so gefügt hat, oder ob es nicht
doch eine von meinen Emotionen und rationalen Überlegungen gelenkte eigene Entscheidung
war, kann ich nicht genau sagen. Es wird sich zeigen, wie es wird.
Zwei weitere Punkte beschäftigen mich und sie haben beide mit
Musik zu tun. Beim ersten handelt es sich um die bedeutenden Schritte, die ich
in Richtung der Möglichkeit einer kompletten Schlagzeugaufnahme gehe. Dabei
geht es hauptsächlich um technische Fragen und einen für mich nicht
unbedeutenden Kapitaleinsatz. Ich hoffe, dass ganze ist die Mühe wert.
Der zweite Punkt betrifft die E-Gitarre und meine entsprechende
Technik. Weil ich die musikalische Bandbreite, die ich auf der Gitarre spiele,
deutlich erweitert habe, mussten neue Soundmöglichkeiten geschaffen werden. Ich
hab vermutlich letztendlich doch eingesehen, dass ich mit meinem Arbeitseinsatz
für dieses eine Instrument nie gut genug sein werde, um Metal auf Bandniveau zu
spielen. Also hab ich mein Spiel auf die harmloseren und spieltechnisch meist
einfacheren Genres erweitert. Bisher geht’s Richtung Muse und Red Hot Chili
Peppers.
Für diese effektlastige Art Gitarre zu spielen musste eine
Lösung gefunden werden. Ich hab mich für ein digitales Multieffektgerät
entschieden, dass ich in Kombination mit einigen Analogen Effekten und bedient
von einem Midicontroller in einer recht komplexen Schaltung nutzen werde. 

In diese Schaltung ist viel Gehirnschmalz geflossen und wird
auch weiterhin viel Gehirnschmalz fließen, denn es gibt an einigen Ecken Probleme.
Der Midicontroller funktioniert nur teilweise mit dem Gerät zusammen, die
Effekte müssen programmiert werden und der Bau des Switches, mit dem zwischen
den verschiedenen Vorstufen umgeschaltet werden soll, gestaltet sich mechanisch
schwieriger als gedacht. Aber das Soundpotential ist gewaltig. Nur das Zähmen
verlangt noch Zeit und Arbeit.
Ich hoffe, ihr lest noch und ich hab euch nicht
totgequatscht. Wer mehr wissen will, sagt bescheid. Ich hoffe, es dauert nicht wieder
so lang bis zum nächsten Post. Denn dieser hier scheint ja deswegen mal wieder
recht lang geworden zu sein.
Bis dann.
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