So. Zwei weitere Wochen vergangen, in denen einiges passiert ist. Ich konnte mich bloß bisher nicht dazu durchringen, mich hinzusetzen und alles aufzuschreiben.
Zuerst war eine Woche lang Seminar. Es war nicht so furchtbar wie befürchtet. Wer mich kennt, weiß ja, wie ich mich fühle, wenn ich mich mit einer großen Gruppe Leuten, von denen ich keinen kenne, an einem Ort aufhalten muss. Doch irgendwas ist schon anders, wenn es sich um eine Gruppe von 30 Christen handelt, die offen ihren Glauben leben. Die Leute waren super und es fiel mir erstaunlich leicht mich zu integrieren. Soweit zum Positiven. Die Themen und Vorträge waren jedoch lang und langweilig und ich habe nicht wirklich etwas mitgenommen (außer etwa 100 Zetteln, die jetzt sinnlos in meinem Zimmer und Auto rumfliegen).
Danach habe ich das Wochenende in Dresden verbracht. Übernachtet habe ich bei den Eltern von meinem Nachbarn. Super nette und großzügige Leute. Am Samstag war ich dann beim Drum and Bass Festival in Dresden. Bevor jemand denkt, dass ich dieser Musik etwas abgewinnen könnte (nur House ist schlimmer): Das ganze war lange Jahre lang ein Drum Festival, bis man sich gesagt hat: Wir laden auch Bassisten ein, damit die Rhythmusgruppe perfekt ist. Das Geld, das ich bezahlt habe, hat sich auf jeden Fall gelohnt, einige Ideen hab ich mitgenommen. Generell war es eine Erfahrung, auch die Dresdner Neustadt am Samstag abend, das Szeneviertel, wo abenteuerlich aussehende junge Leute zu viel trinken und lustige Sachen rauchen. Eigentlich ja nichts für mich, aber ich habe einen billigen Chinesen gefunden und der Abend war gerettet.
Am Sonntag hab ich eine FEG besucht und ein kurzes Gespräch mit dem Pfarrer geführt (erster Fingerzeig: Ewersbach). Danach halt das, was man als Tourist in Dresden eben so macht. Die Frauenkirche ist beeindruckend, sollte man mal gesehen haben. Die Kreuzkirche auch, wenn auch ein völliger Kontrast zur Frauenkirche. Die Semperoper war eine Enttäuschung, vielleicht wärs von innen besser gewesen, aber man kam nicht rein. Wer die Radebergerwerbung kennt (und es ist schwer, die nicht zu kennen): SO sieht sie nicht aus. Wenn ichs mir so überlege, ist die Werbung doppelt Beschiss, denn die Semperoper steht auch nicht in Dresden Radeberg. Ich schweife ab. Die Semperoper sieht eher schäbig und unscheinbar aus, vor allem, weil auf dem Platz direkt gegenüber eine viel spannender aussehende Kirche steht. Die kennt bloß keiner.
Eine weitere große Empfehlung ist die gläserne Manufaktur von VW. Dort wird der Phaeton gebaut und man kann jeden einzelnen Montageschritt sehen. Auch in Aktion sehen, wenn man nicht wie ich an einem Wochenende kommt. Shit happens. Jetzt wissen wir auch, warum das Auto so teuer ist. Die haben genug Reserven, die Fabrik einfach abzuschalten und trotzdem noch Gewinne zu machen. Und alle klagen über die Koreaner und verlangen Produktivitätszuwächse von 7% im Jahr, um den "Standort Deutschland" zu sichern...
Ich schweife wieder ab.
Es folgt eine normale Arbeitswoche mit den üblichen Gruppen. Ich kann höchstens die Hälfte der Namen, was für mich schon recht beachtlich ist. Am Donnerstag habe ich in der JG (in etwa der JC) einen Input gehalten, sehr angelehnt an eine Predigt von Isaac Whiting "living for another place", die ich in Kanada gehört hab und mich sehr geprägt hat. Obs die Jugendlichen auch geprägt hat, weiß ich allerdings nicht. Naja.
Von Freitag auf Samstag hab ich mit den neuen Konfis in einer Scheune mitten in der Walachei in Sichtweite von Tschechien übernachtet, nicht geschlafen. Die Nachtwanderung war ziemlich cool.
Soweit bisher, nächstes Wochenende geht es mal nach Hause. Es wird auch Zeit, hier sind Friseure zu teuer.
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